Wer oder was verbirgt sich eigentlich hinter Womofriends?

 

Vor mehr als 10 Jahren führte das gemeinsame Anliegen, einen Wohnmobilstellplatzauf dem Festplatz in Löhne zu schaffen, Wilfried (Mitinitiator des Stammtisches Löhne) und mich zusammen. Schnell stellten wir fest, dass wir allein die Stadt Löhne nicht von unserer Idee überzeugen konnten. Wir brauchten eine Lobby. Vielleicht gab es in Löhne noch mehr Wohnmobilisten die unsere Idee unterstützen würden. Auf keinen Fall einen Verein gründen, das war vorab unsere einhellige Meinung. Aber ein lockeres Treffen, bei dem die Teilnehmer sich austauschen, Kontakte knüpfen und uns bei unserem Vorhaben unterstützen konnten, wäre ideal. Die Idee des Stammtisches war geboren und wurde mit großem Interesse von den Wohnmobil fahrenden Löhnern angenommen.

Schnell war klar, dass wir auch eine Webpräsenz brauchen. Unter dem Namen „womo-loehne.de“ startete ich, mit vielen Ideen und wenig Erfahrung, gemeinsam mit einem Stammtischmitglied, die erste Homepage. Ein knappes Jahr später war ich allein für diese Seite verantwortlich. So langsam entwickelte sich „womo-loehne.de“ mehr und mehr zu meiner Seite. Vor ungefähr 5 Jahren bekam die Seite dann nicht nur ein neues Aussehen sondern auch den neuen Namen „womofriends.de“ und wurde damit auch offiziell meine eigene Webseite, auf der Nachrichten vom Stammtisch und Informationen über den inzwischen entstandenen Stellplatz genauso ihren Platz fanden wie meine eigenen Beiträge und Reiseberichte .

Der Name “womofriends“ entstand durch eine Idee, die ich schon lange Zeit vor der Ära von Facebook und Co. hatte: Auf der der Seite von womofriends.de sollten sich Wohnmobilisten vernetzen und nicht nur Informationen zu ihre Heimatregion teilen, sondern auch evtl. als Freund und Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Hat aber damals leider nicht geklappt, weil die Seite einfach nicht bekannt genug war. Heute gibt es dafür Facebook und dort ist womofriends.de seit langem auch zu finden.

Das Jahr 2017 startete ich mit dem Vorsatz, die Seite komplett zu erneuern, Ballast abzuwerfen und als Blog, der mir mehr Möglichkeiten bietet, weiter zu betreiben. Stammtisch und Stellplatz haben nun ihren eigenen Bereich. Ich werde nun nicht nur über unsere Wohnmobilreisen bloggen und Informationen rund um das Reisen mit dem Wohnmobil veröffentlichen, sondern auch unter „Literatur und Reisen“ Reisegeschichten und Reiseerzählungen, Amüsantes und Nachdenkliches veröffentlichen und so meiner zweiten Leidenschaft neben dem Reisen mit dem Wohnmobil, dem Schreiben von Texten in Lyrik und Prosa, mehr Raum zu geben.

Und nun zu mir: Getauft wurde ich vor über 60 Jahren auf den Namen Rosmarie. Aber alle Welt nennt mich Rosi. Seit über 40 Jahren arbeite ich als Lehrerin an der Schule am Weserbogen, einer Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung. Neben dem normalen Klassenunterricht bin ich mitverantwortlich für das Schulnetzwerk und die Schulhomepage und erteile Unterricht im Fach “Neue Medien“. Neben dem Stammtisch für Wohnmobilisten bin ich auch zeitgleich Mitinitiatorin des Löhner Autorentreff und der Veranstaltung „LöhnerArt“ gewesen.

Schreiben ist schon seit meiner Kindheit mehr als ein Hobby. Schreiben bedeutet für mich Erlebtes, Gedachtes und Gefühltes zu verarbeiten und mitzuteilen. Habe ich früher, zu der Zeit als meine Kinder klein waren, mehr Texte für Kinderlieder (einige sind sogar veröffentlicht worden) und Kindergeschichten geschrieben, bis hin zum kompletten Kindermusical. So kamen im Laufe der Zeit viele lyrische Texte und schließlich auch Kurzgeschichten dazu.

Ja, und dann begann die Sache mit dem Wohnmobil. An unsere erste Wohnmobilfahrt im geliehenen Wohnmobil Anfang der 90er Jahre erinnere ich mich nur noch all zu gut. Alles was man als Anfänger falsch machen konnte, haben wir fertiggebracht. Die falsche Jahreszeit gewählt für die erste Tour, eine regnerische Herbstwoche. Ein viel zu kleines Wohnmobil gemietet, das wir so vollgepackt haben, als gelte es eine Expedition in ein unzivilisiertes Land zu unternehmen. Für unsere Tochter, damals noch ein Baby von knapp 12 Monaten, wurden nicht nur der Buggy, sondern auch gleich die Babywanne und andere im Alltag gebräuchliche Gegenstände eingepackt. Diese fanden Platz auf der einzigen noch nicht belegten Fläche im Wohnmobil: dem Mittelgang.

Die Schränke waren so voll, dass ich es vorgezogen hatte, die gesamte Reise im damals hippen Trainingsanzug zu verbringen, aus Angst, die Sachen, die ich aus den Schränken nahm, nicht mehr unterzubringen. Am ersten Abend unserer Fahrt waren wir (Michael, die Kinder (Sohn erwähnen?) und ich) triefendnass von einem Spaziergang zur Burg Cochem zurückgekehrt. Wohin mit den nassen Sachen? Wohin mit uns? Das Baby schrie und ich heulte: „Bring mich zum Bahnhof! Der nächste Zug ist meiner!“

Irgendwie ist es uns dann doch gelungen, Ordnung ins Chaos zu bringen, die Sachen zu trocknen und etwas zu essen zu kochen. In den folgenden Tagen lernten wir-  und das sehr schnell -, dass in einem derart kleinen Wohnmobil morgens nicht alle gelichzeitig aufstehen dürfen und überhaupt sich immer nur eine Person frei bewegen konnte. Ich glaube, das war mit einer der Gründe, dass wir in dieser Woche über 3000 Km gefahren sind. Nur zur Stadtbesichtigung und zum Essen und Schlafen wurde gehalten. Zum Glück fuhren wir nicht allein, sondern mit guten Freunden, die auch ihr „erstes Mal“ erlebten.

Nie und nimmer hätte ich nach dieser Woche gedacht, dass ich jemals wieder einen Fuß in ein Wohnmobil setzen würde. Aber etwas blieb hängen: Die Faszination. Ein kleines, „schwelendes Brandnest“, das sich seit damals immer wieder entfacht und uns brennen lässt für diese Art des Urlaubens.

Ein Jahr später mieteten wir wieder ein Mobil. Wir hatten aus unseren Fehlern gelernt und es wurde eine tolle Woche mit vielen Abenteuern. Und dann war er da, der Wunsch nach einem eigenen Wohnmobil, den wir uns einige Jahre später erfüllten. Auf unseren Reisen waren Stift und Kladde stets meine Begleiter. So entstanden die ersten Reiseberichte und Reisegeschichten. Mit dem Internet, meinem Laptop und Womofriends.de, die ersten Posts und Veröffentlichungen. Der Stoff für meine Texte geht mir nicht aus. Immer wieder gibt es neue Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen, die nur darauf warten, zu Texten verarbeitet zu werden.

Reisen – Erst lässt es dich sprachlos werden und dann verwandelt es dich in einen Geschichtenerzähler. (Ibn Battuda)

 

01020603

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Wohnmobil-Stammtisch für Löhne und Umgebung

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