Twist – Sommerfahrt 2021

 4. August in Deutschland ⋅ ⛅ 19 °C

Die Sommerfahrt nach Twist ist ziemlich spontan im Juni geplant worden. Die meisten Teilnehmer des Löhner Stammtisches für Wohnmobilisten stimmten für die “Blaue Lagune” in Twist im Emsland, die wir vom letzten Jahr bei unserer Oma-Opa-Clara-Tour kennengelernt haben. Im Gegensatz zu den sonstigen Fahrten treffen wir uns dieses Mal nicht auf einem Stellplatz, sondern auf einem kleinen Campingplatz mit Badesee, wo wir eine große Wiese für unsere Wohnmobile bekommen, so dass alle zusammen stehen können. Das eigentliche Treffen findet von Freitag bis Sonntag statt. Aber die nicht mehr Berufstätigen kommen gern ein paar Tage eher und machen aus der Wochenendfahrt einen Kurztripp. So sind die ersten bereits am Montag vor Ort. Auch wir fahren schon heute, am Mittwoch, nach Twist.
Die Blaue Lagune ist ein kleiner Campingplatz etwa 2 Km außerhalb von Twist an einem Badesee. Dauercamper sorgen für die Rentabilität des Platzes, sodass auch eine kleine Anzahl von Touristen mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil in der Saison am See Platz finden. Die Blaue Lagune ist ein richtiger “Sommerplatz” in der Natur zum Baden, Chillen, Radfahren. Der Ort Twist ist gut 2 Km entfernt und die größeren Städte Meppen und Lingen sind 20 km entfernt. Wir brauchen also möglichst gutes Wetter und keinen Regen. So fällt der Blick sorgenvoll auf Wetter Online und die Voraussagen. Aber das Wetter scheint bis auf hin und wieder einmal einen Schauer warm und stabil zu sein. Wie starten am Mittwochmorgen gegen 10.00 Uhr bei grauem Wolkenwetter. Aber noch vor Osnabrück kommt die Sonne durch. Für Twist ist heute den ganzen Tag Sonne angesagt. Die Fahrt über die A 30 und A 33 verläuft problemlos. Wenn gleich auch wieder unzählige LKWs unterwegs sind. Manchmal habe ich das Gefühl, es sind nur LKWs unterwegs. Das macht sich auch auf den Rastplätzen bemerkbar. Es wird immer schwieriger für ein größeres Wohnmobil einen Parkplatz zu finden.
Um kurz vor zwölf erreichen wir die Blaue Lagune und sehen schon drei Wohnmobile mit dem bekannten Kennzeichen auf der Wiese vor der Schranke stehen. Wir reihen uns ein und stellen unseren Tisch und die Campingstühle mit in die Reihe. Etwas sorgenvoll schaue ich auf die zur Verfügung stehende Fläche. Hier müssen noch 10 weitere Wohnmobile Platz finden. Aber die Anwesenden haben den Platz abgeschritten und sind ganz zuversichtlich, dass alle Platz finden, wenn jeder die dazu nötigen 2,50m Abstand einhält. Das bedeutet am nächsten Tag noch jeweils einen halben Meter aufzurücken.
Am Nachmittag ist Baden angesagt. Mutige vor. Aber wenn man erst einmal im Wasser ist, ist es herrlich. Auch die Tretboot, die man kostenlos benutzen kann, werden ausprobiert. Eine schweißtreibende Aktion, die nach einer sofortigen Abkühlung verlangt. Es ist wunderschön, so direkt am See einen Platz zu haben. Der eigentlich vorgesehene Platz auf der anderen Seite des Sees ist nach dem vielen Regen für die schweren Mobile nicht zu befahren. Deshalb mussten wir auf diesen kleineren Platz ausweichen. Am Abend wollen wir Essen gehen oder bestellen. Doch der Mittwoch scheint ein beliebter Ruhetag in der Region zu sein. Einzig das Chinesische Restaurant in Twist Bült hat geöffnet, aber bietet keinem Lieferservice an. Da hilft uns der nette Betreiber des Campingplatzes, der für uns das Essen abholt, das wir später bei untergehender Sonne mit Blick auf den See essen können. Das war doch schon einmal ein sehr schöner Start mit Sonnenschein. Hoffentlich bleibt uns das schöne Wetter erhalten.

Twist…. es wird voller

 5. August in Deutschland ⋅ ⛅ 20 °C

Der Morgen beginnt für mich mit einem Bad im See, noch vor dem Frühstück. Tolles Wetter und die Badestelle quasi direkt vor der Womotür, das muss man doch ausnutzen. Sehr erfrischt gibt es wenig später dann Frühstück. Danach werden die Wohnmobile noch etwas näher aneinander gefahren, denn schon bald kommen die Nächsten. Insgesamt werden wir an diesem Abend mit 9 Wohnmobilen hier am Rand des Sees stehen.
Aber zunächst erkunden wir auf einer kleinen Radtour die Gegend und fahren nach Twist-Bült sowie nach Twist. In Twist drehen wir eine Runde über den dortigen Stellplatz, der neben dem Hallenbad liegt und schon am Vormittag gut besucht ist. Der Stellplatz ist in Parzellen eingeteilt und kostenlos. Es gibt sogar Strom. Gerne würden wir im Eiscafe, das im Zentrum von Twist zu finden ist, einkehren, aber das Eis ist noch nicht fertig. So fahren wir weiter und erreichen den Kanal, dem wir einige Kilometer folgen. Ein Schild mit der Aufschrift: “Suchen Sie den Weg zum Glück? Bei uns können Sie in der Stille des Waldes darüber nachsinnen”, sowie ein kleiner Verkaufsstand machen uns auf die Nazareth Kirche und den dortigen Bibelgarten aufmerksam, den wir uns daraufhin näher anschauen. Die Gärten rund um die Nazarethkirche sind immer geöffnet. In den Gärten sind Pflanzen der Bibel und Klostermedizin zu entdecken. Die Nazarethkirche am Süd-Nord Kanal wurde 1953 gebaut. Zurück geht es über gut ausgebaute Radweg und durch eine herrliche Landschaft zum See und zu den Wohnmobilen, zum Kaffee trinken und zum Baden. Das Abendessen bestreitet heute jeder nach seinem eigenen Gusto.

Twist…. Das offizielle Treffen beginnt

 9. August in Deutschland ⋅ ☁️ 15 °C

Auch der heutige Morgen beginnt mit einem Bad im See. Inzwischen hat das Frühbaden auch noch andere Anhänger gefunden. Am Vormittag rollen vier weitere Mobile an. Für die ist hinter den anderen Wohnmobilen auch noch Platz. Nach der allgemeinen Begrüßung wollen wir die Radtour nach Klazienaveen starten. Aber ein heftiger Regenschauer verzögert die Abfahrt um eine halbe Stunde. Das Wetter ist nicht mehr so schön sonnig wie an den Tagen vorher. Wir fahren zunächst nach Neuringe. Da kommt wieder ein kurzer Schauer auf uns herunter und nötigt zu einer kurzen Rast unter einem Baum. Dann führt die Route nach Nieuwe Schoonebeek und damit sind wir schon in den Niederlanden. Wir fahren nach dem niederländischen Knotensystem, das auch noch im Emsland funktioniert. Leider verfahren wir uns trotzdem und müssen ein ganzes, Stück zurück fahren. In Klazienaveen, einer niederländischen Kleinstadt finden wir Platz in einem Café. Nicht so einfach für 18 Personen Platz zu finden. Inzwischen ist es schon fast 14 Uhr, früher Nachmittag, und es wird Zeit wieder zum Stellplatz und zum gemeinsamen Kaffeetrinken zurück zu kommen. Allerdings liegen noch fast 18 km vor uns. Und die haben es in sich, denn es geht durch das Naturschutzgebiet Bargerveen und es herrscht heftiger Gegenwind. Genau auf diesem Stück fällt der Motor eines EBikes aus. Die Radlerin muss nun unter sehr erschwerten Bedingungen den Rest der Strecke zurücklegen. Als die Gruppe zum Womo Lager zurückkommt, sitzen die Daheimgebliebenen schon bei Kaffee und Kuchen. Die Kaffeetafel wird erweitert und noch mehr Kuchen kommt auf den Tisch. Dem Kaffeetrinken folgen kühle Getränke und danach wird gemeinsam gegrillt. Und wieder vertreibt ein ordentlicher Schauer alle vom Tisch im Freien unter die Markisen der einzelnen Mobile.
Vor den Mobilen, direkt am See steht seit dem Mittag ein kleines Zelt mit zwei jungen Männern, die aus dem Osten kommen und auf Deutschlandreise sind. Sie freuen sich über das Angebot sich an den übriggeblieben Salaten und Grillgut bedienen zu dürfen.
Wir sitzen wir noch lange draußen unter der Markise. Der Gesprächsstoff geht bei Wohnmobilisten nicht so schnell aus.

Sommerfahrt nach Twist…Samstag und Sonntag

 7/8 August in Deutschland ⋅ ⛅ 19 °C

Das Wetter lässt doch etwas zu wünschen übrig. Es ist zwar nicht kalt, aber es gibt immer wieder kurze und heftige Schauer. Im Laufe des Vormittags beruhigt sich die Wetterlage und es kann zu einer weiteren Radtour aufgebrochen werden. Hier weichen die Bedürfnisse der Einzelnen doch sehr von einander ab: eine Radtour nicht so weit, wie die Gestrige, eine Radtour nicht so schnell wie die Gestrige, eine Radtour ruhig mit etwas mehr Kilometern als bei der Gestrigen, lieber gar keine Radtour heute. So bleibt eine Gruppe im “Lager” und genießt die zwischenzeitlich wieder hervorgekommene Sonne bei einem kleinen Spaziergang über den Platz und um den See, während die andere Hälfte durch das Torfmoor über schöne und schön huckelige Wege nach Wietmarschen fährt. Wietmarschen ist eine Gemeinde im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Besonders bekannt ist der Wallfahrtsort Wietmarschen durch die Marienstatue in der Wallfahrtskirche St. Johannes Apostel und den historischen Stift und liegt gut 15 Km vom Campingplatz entfernt. Der relativ autofreie Radweg führt über Adorf durch das Dalum – Wietmarsche Moor. An einem Vogel- Beachtungsturm im Moor machen wir kurz Halt, bevor es weiter nach Wietmarschen gehen. Gleich am Ortseingang finden wir einen urigen, einladenden Biergarten, der zwar für alle einen Platz bereit hält, aber leider noch nicht geöffnet hat. Der nette Wirt macht für uns eine Ausnahme und wir können uns im Biergarten sitzend mit einem Getränk erfrischen und die Sonne genießen.
Die Radtour hat auch hungrig gemacht. Da es im Biergarten noch nichts zu essen gibt, fährt der größte Teil in den Fischimbiss schräg gegenüber. Einige aber besuchen erst noch die Wallfahrtskirche, die Marienstatue in der Grotte und werfen einen Blick auf das historische Stiftanwesen, bevor man sich wieder zum Rest der Gruppe am Fischimbiss gesellt. Die Imbissbetreiberin scheint von dem plötzlichen Kundenaufkommen durch die Gruppe etwas überfordert zu sein oder sie muss noch etwas an ihrem Bestellsystem arbeiten. Auf alle Fälle sind am Schluss zwei Fisch – Brötchen übrig, die niemand bestellt hat. Mit den Worten: ” Jetzt habe ich die gemacht, jetzt werden die auch gegessen,” knallt sie zwei Teller mit den Fischbrötchen vor uns auf den Tisch. Andreas, der nichts bestellt hat, erbarmt sich und isst eines von beiden. Für das letzte findet sich kein Abnehmer. Als Hans es beim Aufbruch wieder in den Imbiss zurück bringt, damit es in der Sonne nicht vergammelt, wird er von der Frau auch noch angemeckert.
Viel Aufregung und reichlich Gesprächsstoff bei der Rückfahrt, die über eine andere Strecke zurück zur Blauen Lagune führt. Die versprochenen 30 Km für die Rundtour konnten nicht ganz eingehalten werden. Da der Rückweg etwas länger ist, stehen am Ende 35 km auf dem Tacho. Alle sind hungrig und freuen sich auf den Kuchen, der noch reichlich vom Vortag vorhanden ist.
Nach dem Kaffee trinken versucht sich der eine oder die andere mal beim Stand up Paddeling auf dem See. Dagmar und Andreas haben ihr Board mitgebracht und jeder der Lust hat, darf es einmal probieren. Wer nicht paddelt oder beim Schwimmen im See eine Abkühlung sucht, der kühlt sich mit den Getränken, die reichlich auf dem Tisch stehen.
Am Abend ist Pizza geplant. Der örtliche Pizzadienst beliefert auch den Campingplatz. Aber es soll auch eine Beach Party am Abend stattfinden, bei der es einen Imbissstand mit Bratwurst und Steaks geben soll. Es herrscht eine Zeitlang Unentschlossenheit in der Gruppe. Pizza bestellen oder der netten Einladung des Betreibers zur Verköstigung bei der Beach Party folgen. Gut, dass fast alle bei ihrer Pizzabestellung bleiben, denn die Bratwurst und die Steaks waren schon früh aus und für die Wohnmobilisten, die auf der Party essen wollten, blieben nur Pommes Frites. Letztendlich sind doch alle satt geworden. Der bald darauf einsetzende Regen löst die Großgruppe auf und man findet sich entweder in lustiger und sangesfreudiger ” westfälischer Runde” unter zwei Markisen wieder oder zieht sich ins eigene Womo zurück und schaut dem Regen aus dem Wohnmobil zu.

Der Sonntagmorgen beginnt mit Regen. Schon früh am Morgen trommelt er auf das Wohnmobildach. Als es endlich trocken ist, sind die ersten schon mit dem Frühstück fertig und abfahrbereit. Ich springe vor dem Frühstück noch einmal in den See. Die Optik ist heute zwar nicht unbedingt einladend, aber nach dem ich meinen inneren Schweinehund von der erfrischenden Wirkung überzeugt habe, genieße ich das Bad noch einmal, bevor auch wir so langsam zusammen packen.
Die Abfahrt muss der Reihenfolge nach erfolgen und so müssen sich Lisa und Rolf, die vom Treffen weiter in den Urlaub fahren wollen, etwas in Geduld fassen. Doch um 10.30 Uhr können auch sie von ihrem Platz ganz in der Ecke der Fläche starten. So langsam leert sich der Platz. Dieses Mal waren mit 14 Mobilen viele Teilnehmer dabei. Die Sommerfahrt ist zu Ende. Wir haben viel Spaß zusammen gehabt und es gab genügend Zeit für interessante Gespräche über unser gemeinsames Hobby, dem Reisen mit dem Wohnmobil. Jetzt können wir uns Gedanken über die Herbstfahrt machen.